HPV-Impfempfehlung für Mädchen und Jungen

Es existieren verschiedene Typen von Humanen Papillomaviren. Bisher konnten über 230 verschiedene HPV-Genotypen identifiziert werden. Bestimmte HPV-Typen konnten in Zusammenhang mit einem hohen Risiko für die Entstehung maligner Tumoren gebracht werden. Somit wurden zwei Kategorien definiert: HPV-Typen, die mit der Entstehung maligner Tumoren in Zusammenhang stehen, werden als Hochrisiko-HPV-Typ bzw. Highrisk-HPV- oder HR-HPV-Typ bezeichnet. Solche Typen, die mit der Entstehung benigner Tumoren in Zusammenhang stehen, als Niedrigrisiko-HPV-Typ bzw. Lowrisk-HPV- bzw. LR-HPV-Typ.

Die IARC (International Agency for Research on Cancer) der WHO stuft derzeit folgende HPV-Typen als Highrisk-HPV-Typen ein: 16, 18, 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58 und 59. Der HR-HPV-Typ 16 lässt sich besonders häufig in bösartigen Zellen nachweisen.

Humane Papillomaviren kommen bei Frauen und bei Männern vor und werden u. a. durch sexuelle Kontakte übertragen. Infektionen mit HPV gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen, wobei die Verwendung von Kondomen eine HPV-Infektion nicht sicher verhindern kann (Übertragung durch sehr engen Körperkontakt). Diese betreffen gleichermaßen Frauen als auch Männer.

In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 10.000 Personen an HPV-bedingtem Krebs, davon etwa 7.000 Frauen und 3.000 Männer. Beim Gebärmutterhalskrebs – dem häufigsten HPV-assoziierten Tumor bei Frauen – besteht bei fast 100 % eine Assoziation mit der HPV-Infektion. Weitere durch HPV verursachte Krebserkrankungen betreffen u. a. den Anal-, Penis- und Mundrachen-Bereich.

Während die Impfempfehlung für Mädchen bereits 2007 veröffentlicht wurde, erfolgte im Juni 2018 die HPV-Impfempfehlung auch für Jungen. Die STIKO empfiehlt seither, alle Kinder zwischen 9 und 14 Jahren – unabhängig vom Geschlecht – gegen HPV zu impfen.

Die Impfung stellt die effektivste Maßnahme gegen HPV-Infektionen dar und schützt nahezu vollständig vor einer Infektion mit den im Impfstoff enthaltenen HPV-Typen. Aktuell stehen zwei Impfstoffe zur Verfügung:

– Der bivalente Impfstoff (Cervarix) schützt vor den HR-HPV-Typen 16 und 18 und damit vor etwa 70 % der krebsauslösenden Hochrisiko-HPV-Typen. – Der neunvalente Impfstoff (Gardasil 9) schützt zusätzlich vor den HR-HPV-Typen 31, 33, 45, 52 und 58 (insgesamt ca. 90 % der Hochrisiko-Typen) sowie vor den LR-HPV-Typen 6 und 11 (Genitalwarzen).

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung im Alter von 9–14 Jahren. Eine verpasste Immunisierung sollte bis zum Tag vor dem 18. Geburtstag nachgeholt werden. Ein Schutz gegen die im Impfstoff enthaltenen HPV-Typen kann nicht mehr sicher erreicht werden, wenn es bereits zu einer HPV-Infektion mit diesen Typen gekommen ist. Die Impfung sollte daher optimalerweise vor den ersten sexuellen Kontakten erfolgen. In diesem Zusammenhang zeigt die statistische Auswertung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), dass 94 % der Mädchen und 97 % der Jungen zum Zeitpunkt des ersten Geschlechtsverkehrs älter als 14 Jahre sind.

Die komplette Grundimmunisierung sieht im Alter von 9–14 Jahren zwei Impfungen im Abstand von mindestens 5, höchstens 13 Monaten vor. Ab einem Erstimpfungsalter von 15 Jahren sind insgesamt drei Impfungen notwendig (je nach Impfstoff nach dem Schema 0-1-6 bzw. 0-2-6 Monate).

Beachten Sie hierzu die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO).

Diagnostik

Nachweismethode der ersten Wahl ist die Untersuchung mittels PCR eines Abstrichs. Mit DNA-Hybridisierung können die High-Risk-HPV-Typen 16, 18, 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 59 und 69 erfasst werden. Ebenso können Low-Risk-HPV-Typen identifiziert werden.

Serologische Vefahren (Antikörpernachweis) spielen für die Diagnose von HPV-Infektionen keine Rolle.
Eine Anzüchtung von HPV in Zellkulturen ist routinemäßig nicht möglich.

 

Weiterführende Informationen:

Humane Papillomviren – Übersichtsseite des RKI

Schutzimpfung gegen Humane Papillomviren (HPV) – RKI-Impfseiten

HPV-Impfempfehlung – häufig gestellte Fragen (Stand: 6.6.2025)

Antworten auf häufig gestellte Fragen zu HPV-Impfung und HPV-Infektion

RKI-Ratgeber Humane Papillomviren

Wissenschaftliche Begründung zur HPV-Impfempfehlung für Jungen (Epid. Bull. 26/2018)

 

Weiterführende Informationen finden Sie auf den Seiten des Robert Koch-Instituts (www.rki.de).